| Der erste Flug | ![]() |
Diese Seite soll helfen, den ersten Flug mit dem neuen Helicopter zu meistern.
Viele von uns bauen sich den ersten Hubschrauber. Aber was dann, was tun wenn er fertig ist ... ? Hier folgt eine kleine Hilfe für die ersten Schritte ins Heli-Hobby. Leider gibt es zuviele Hubis und zuviele Fernsteuerungen, sodaß ich keine maßgeschneiderte Anleitung geben kann. Die Hinweise hier können aber als Richtschnur gelten damit man nichts vergißt und alle Schritte gewissenhaft ausführt.
Aufbau
Taumelscheibe
Fernsteuerung
Motor
Pitchwerte
Zusammenfassung
Zum ersten Mal am Flugfeld
Kontrolle des Hecks
Die ersten Hopser
Der Zusammenbau erfolgt genau nach der Anleitung des Herstellers. Bei teureren oder größeren Hubschraubern wird das in der Regel relativ problemlos funktionieren. Kleine, billige Helis brauchen oftmals kleine Tricks um sie vernünftig aufbauen zu können. Hierzu ist ausreichendes Material in den ECO-8 Seiten vorhanden. Die folgende Beschreibung geht davon aus, daß der Hubschrauber fertig und nach Anleitung aufgebaut auf dem Tisch steht.
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Nur noch ein kleiner Hinweis: Ein schwergängiger Hubschrauber wird niemals richtig fliegen. Alle beweglichen Teile müssen leichtgängig und spielfrei sein. Bei teuren Hubis kaum ein Problem. Bei billigen und leichten E-Hubis ist das nicht selbstverständlich. Daher muß man sich hier viel Zeit nehmen um die Teile ordentlich einzubauen und leichtgängig zu machen, was oft nicht in den Anleitungen steht. Wenn Kugelköpfe klemmen, so kann man die Plastik-Kugelpfannen im montierten Zustand gefühlvoll (!) mit der Flachzange gegen die Metallkugeln pressen. Etwas pressen und wieder probieren ob sie leichter gehen. So sind alle Kugelgelenke leichtgängig zu machen. Spiel dürfen sie trotzdem kaum eines haben, sonst müssen die Kugelpfannen ausgewechselt werden. |
So gut wie in diesem > Video < ist es allerdings nur mit einigen Tricks zu schaffen.
Die Taumelscheibe dient zur Steuerung des Hubschraubers und muß folgende Bewegungen
ausführen können:
Pitch: Hinauf, Hinunter
Roll: Kippen nach links, recht
Nick: Kippen nach vorne und hinten.
Diese Bewegungen können mit 3 oder 4 Servos gemacht werden. Bei 3 Servos gibt es noch die 90 Grad oder 120 Grad Anlenkung.
Die am einfachsten zu verstehende Anlenkung ist die 90 Grad Anlenkung. Dabei sind zwei gegenüberliegende Servos für die Kippbewegung links,rechts verantwortlich. Ein oder zwei weitere Servos sind für die vorne-hinten Bewegung zuständig. Bewegen sich alle Servos gleich, so ergibt sich die Hinauf-Hinunterbewegung. Man benötigt also 4 Servos, zwei Stück links und recht und weitere zwei Stück hinen und vorne. Oft wird eines dieser Servos einfach weggelassen und man arbeitet nur mit 3 Stück, was aber keinen Unterschied macht.
Komplizierter ist die 120 Grad Anlenkung zu verstehen. Hier sind drei Servos im Winkel von 120 Grad um die Taumelscheibe angeordnet. Die gewünschten Bewegungen ergeben sich durch kombinierte Bewegung dieser Servos. Diese relativ komplexen Bewegungen werden im Sender berechnet und an die Servos weitergegeben. Das Endergebnis ist allerdings genau die gleiche Bewegung wie bei der 90 Grad Anlenkung.
Viele Hubschrauber haben eine mechanische Mischung. Hier werden die Servos für die Nick- und Rollbewegung auf einem Schlitten montiert. Dieser wird dann von einem weiteren Servo bewegt wodurch sich die Pitchbewegung (hinauf, hinunter) ergibt.
Bei der Programmierung der Fernsteuerung muß man meistens die Art der Anlenkung einstellen.
Vor der Prüfung der Fernsteuerung heißt die wichtigste Regel: Motor ABKLEMMEN (natürlich nur bei Elektromotoren). Ein E-Motor kann leicht unbeabsichtigt anlaufen und muß bei Einstellarbeiten daher unbedingt abgeklemmt werden.
1. Prüfung der Taumelscheibe:
| Pitch: | Die Taumelscheibe bewegt sich hinauf (steigen) und hinunter (sinken). Diese Funktion muß auf dem Steuerknüppel liegen mit dem man normalerweise das Gas bedient. |
| Roll: | Die Taumelscheibe kippt nach links (nach links fliegen) oder nach rechts (nach rechts fliegen). Diese Funktion wird mit einem Steuerknüppel bedient der links-rechts bewegt wird. |
| Nick: | Die Taumelscheibe kippt nach vorne (Nase nach unten drücken) oder nach hinten (Nase nach oben ziehen). Diese Funktion liegt sinnnvollerweise auf dem gleichen Steuerknüppel wie die Roll-Funktion. |
Die Knüppelbelegung wählt man so, wie man sie vom Flächenflugzeug gewohnt ist. Pitch auf den Gasknüppel, Roll auf den Querruderknüppel und Nick auf den Höhenruderknüppel.
Wer noch keine Flächenflugzeuge geflogen hat, sollte Roll und Nick unbedingt auf den gleichen Knüppel legen, da man so die Taumelscheibe am besten steuern kann. Auf den anderen Knüppel legt man Gas (hinauf,hinunter) und das Heck (links,rechts). Rechtshänder bevorzugen oft für die Taumelscheibe den rechten Steuerknüppel, was aber im Prinzip egal ist.
Wenn der Sender entsprechend eingestellt ist, schaltet man den Empfänger ein und prüft die Bewegung der Taumelscheibe. Viele Sender haben einen fertigen Taumelscheibenmischer. Dort muß man sich den zum Hubi passenden Modus aussuchen. Wenn man einen falschen Modus wählt, so bewegt sich die Taumelscheibe wirr umher. Es wird meistens auch der Fall sein, daß ein Servo verkehrt herum läuft. Dieses muß im Sender umgedreht werden. Erst wenn diese Einstellungen stimmen, wird sich die Taumelscheibe richtig bewegen (siehe Liste oben).
2. Prüfung des Heckrotors:
Zuerst überlegt man sich, in welche Richtung die Heckrotorblätter drehen und in welche Richtung der Luftstrom bläst wenn die Blätter eine bestimmte Stellung angenommen haben. Wenn man nun den Heck-Knüppel nach links bewegt, so muß der Heckrotor auch nach links blasen (dadurch drückt man das Heck nach rechts und die Hubi-Nase geht wie gewünscht nach links). Stimmt das nicht, muß die Servorichtung im Sender umgedreht werden. Für die genaue Einstellung des Heckrotors und des Kreisels habe ich eine eigene Seite geschrieben "Heckrotoreinstellung".
3. Weitere Grundeinstellungen
Je nach benutzter Fernsteuerung müssen vor dem Erstflug noch folgende Einstellungen
vorgenommen werden:
* Steueranordnung (siehe auch oben, Taumelscheibe): Anordnung der Steuerknüppel
* Taumelscheibenmischer: Anzahl der Servos, 90 Grad oder 120 Grad
* Rotor Drehrichtung
Die diversen Heli-Mischer bleiben vorerst in ihren Grundeinstellungen und werden normalerweise beim Erstflug eingestellt. Wer aber noch überhaupt nicht fliegen kann, sollte noch folgende Voreinstellungen machen:
* Pitchkurve: Pitch bei Knüppelmittelstellung auf ca. +40%. Genaue Hinweise zur
Pitcheinstellung findet man auf der Seite "Pitch/Gas".
* Gaskurve: Gas bei Knüppelmittelstellung bei Elektro-Hubis auf ca. 80%, bei
Verbrennerhubis auf ca. 50%. Bei Verbrennerhubis muß außerdem eine Leerlaufeinstellung
zum Starten gemacht werden.
* Statischer DMA: ca. +- 15% (wird im Flug genau eingestellt, ist aber am Anfang nicht so
wichtig). Bei Kreiseln im Heading-Hold Modus darf kein statischer DMA eingestellt werden.
Ebenso nicht beim Robbe 3D Gyro.
Bei Elektro-Hubis schließt man den Motor jetzt wieder an. Vor dem Antecken das Akkus vergewissert man sich, daß der Steuerknüppel für Pitch/Gas auf Minimum steht und auch sonst keine Gasvorwahlen eingeschaltet sind.(Zur Sicherheit schalten die meisten modernen Motor-Regler den Motor ab, wenn man irrtümlich im Sender gasgegeben hat und den Antriebsakku ansteckt). Bei E-Hubis prüfe ich den Motor zuerst immer ohne Rotorblätter. So kann der Hubi nicht abheben. Trotzdem muß man auf die schnell rotierenden Paddles aufpassen und darf keinesfalls dem Hubi zu nahe kommen. Gas und Pitch liegen ja am gleichen Knüppel. Man bewegt diesen dann ganz langsam und gibt vorsichtig Gas. Der Motor muß anlaufen und der Rotor drehen. Bei Verbrenner Hubis ist die Leerlauf und Starteinstellung komplizierter. Hinweise dazu findet man auf der MC-24 Seite für Verbrenner. Manche Motorregler haben auch einen echten Drehzahlregler, welcher die Drehzahl immer auf einem konstanten Wert hält. In diesem Fall hat man das Gas auf einem separaten Regler und nicht am Pitchknüppel.
Ich möchte übrigens empfehlen von Anfang an einen Autorotationsschalter im Sender zu programmieren. Dieser kann nämlich sehr gut als Not-Ausschalter für den Motor benutzt werden. Und solche Notfälle wo man den Motor schnell abschalten will, wird es Anfangs immer wieder geben.
Einstellung und Prüfung der Pitchwerte
Der Pitch steuert den Anstellwinkel der Rotorblätter. Dieser ist für den Auftrieb und
damit für den ganzen Flugbetrieb von entscheidender Bedeutung.
Fliege NIEMALS solange Du den Pitch nicht genau eingestellt hast !!!
Dazu benötigt man eine Pitch-Lehre die es in jedem Modellbaugeschäft gibt. Dieses
Meßinstrument ist für jeden Hubiflieger Pflicht! Es ist mir völlig unverständlich,
daß es immer noch Hubi-Piloten gibt, die keine Pitchlehre besitzen.
Übliche Modellhubschrauber fliegen bei einem Pitchwert (Anstellwinkel) von ungefähr -10 bis +10 Grad. Als Anfänger nutzt man den negativen Bereich nicht sondern stellt den Pitch von ungefähr -2 Grad bis +10 Grad ein (je nach Hubschrauber). Wenn man in Panik gerät, so nimmt man als Anfänger meist den Pitch/Gasknüppel voll herunter. Dadurch knallt man den Hubi brutal auf den Boden wenn der negative Pitch zu extrem ist. Das kann sogar dazu führen, daß die Rotorblätter in das Heckrohr einschlagen. Daher könnte man sogar mit einem Pitchbereich von 0 bis 10 Grad auskommen. Der maximale Pitch von +10 Grad gilt für Elektro-Hubis. Verbrenner arbeiten meist mit höherer Drehzahl und nur +8 bis +9 Grad Pitch.
Um den Pitch zu messen, stellt man den Hubi waagrecht auf den Tisch (Wasserwaage). Dann richtet man die Paddlestange genau waagrecht aus und liest an der Pitchlehre den Gradwert ab. Dabei muß die Pitchlehre parallel zur Paddlestange ausgerichtet sein.
Man macht das abwechselnd mit beiden Blättern und stellt den genau gleichen Wert ein. Bei diesen Messungen sollte man Geduld haben. Es ist normal, daß man Anfangs eine ganze Stunde oder mehr für die Pitcheinstellung braucht. Genauigkeit spart später viel Ärger am Flugfeld. Siehe auch Gas/Pitch.
Zusammenfassung der Arbeiten in der Werkstatt:
1. Gewissenhafter Aufbau nach Bauanleitung
2. Verstehen der Taumelscheibenfunktion
3. Programmieren des Senders und Prüfen der Taumelscheibenbewegung
4. Einstellung des Heckrotors
5. Prüfen des Motors
6. Einstellung und Prüfung der Pitchwerte
Bis auf den Motor können alle Einstellarbeiten und Prüfungen in der Werkstatt vorgenommen werden.
Selbst dem hartgesottenen Piloten klappern bei den ersten Flügen die Knie. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern beweist, daß einem der Hubi nicht gleichgültig ist und man vorsichtig und gewissenhaft vorgehen will.
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Für die ersten Flüge ist ein Trainingsgestell unbedingt notwendig. Ein Hulla-Hoop Reifen eignet sich dazu hervorragend. |
Als erstes wird der Sender eingeschaltet. Man prüft, ob der Steuerknüppel für den Motor in der AUS Stellung ist. Dann schaltet man den Empfängerakku ein. Jetzt wartet man kurz bis der Kreisel betriebsbereit ist (einige Sekunden bis 20 Sekunden, je nach Kreisel). Dann prüft man die Taumelscheibenfunktion (Nick und Roll) und die Hecksteuerung. Dabei darf man keinesfalls unabsichtlich Gas geben !
Nun wird der Motor vorsichtig gestartet.
E-Hubis: Man stellt den Hubi auf den vorgesehenen Startplatz und entfernt sich mehrere Meter. Dann gibt man ganz langsam Gas und läßt die Rotorblätter langsam hochfahren. Bei E-Hubis besteht die Gefahr, daß man zu schnell Gas gibt. Das schadet dem Getriebe und die Blätter können umklappen und eine starke Unwucht aufbauen. Den Pitchknüppel läßt man in der unteren Hälfte damit der Hubi nicht abheben kann.
V-Hubis: Man stellt den Sender auf Leerlauf. Bei einem neuen Motor, oder wenn alle Schläuche noch leer sind, hält man den Auspuff zu und dreht mit dem Elektrostarter ganz kurz den Motor durch. Dadurch drückt es Sprit in Richtung Vergaser. Man schließt die Glühkerze an und hält mit einer Hand den Rotorkopf an einem Blatthalter ganz fest. Dann nimmt man den Elektrostarter, startet den Motor und stellt einen sicheren Leerlauf ein. Dabei den Rotorkopf niemals auslassen ! Sobald der Motor im Leerlauf läuft, trägt man den Hubi zum Startplatz. Jetzt erhöht man die Drehzahl langsam (was je nach Sender anders gemacht wird. Bei der MC-24 benutzt man dazu den Gaslimiter). Den Pitchknüppel läßt man in der unteren Hälfte damit der Hubi nicht abheben kann.
Man kann jetzt gerade soviel Pitch geben, daß der Hubi leicht wird. Keinesfalls abheben ! Jetzt prüft man die Funktion der Hecksteuerung. Knüppel leicht nach links bewegen, die Nase des Hubis muß nach links gieren. Knüppel nach rechts, die Nase geht nach rechts. Ist der Knüppel in Mittelstellung, muß die Nase ruhig bleiben. Hat sie trotzdem eine Tendenz in eine Richtung zu drehen, trimmt man mit dem Trimmhebel aus. Das ist beim Erstflug praktisch immer notwendig. Danach schaltet man den Motor aus und verlängert (verkürzt) die Heckservoanlenkung so, daß die Hecktrimmung in der Mitte steht. Bevor das Heck nicht stabil ist, darf man keinesfalls weitermachen. Ein anderer Grund für ein unstabiles Heck könnte ein falsch eingestellter Kreisel sein. Aber das sollte man bereits in der Werkstatt geprüft haben.
Jetzt ist es soweit. Man gibt etwas mehr Pitch, der Hubi wird sehr leicht. Dann noch etwas mehr und der Hubi hebt fast ab. Er wird jetzt sehr unruhig und bricht sofort in irgendeine Richtung aus. Hochkonzentriert bemüht man sich, diesem Ausbrechen mit Nick- und Rollkommandos entgegenzuwirken. Wenn man merkt, daß der Hubi immer in dieselbe Richtung ausbrechen will, so trimmt man Nick oder Roll bis es keine Vorzugsrichtung mehr gibt. Jetzt beginnt die mühsame Zeit des Schwebenlernens. Lese dazu die Kapitel Vorbereitung und Schwebenlernen.