| Der Motor im Schweizer 300 | ![]() |
Webra Speed 35 Heli Competition
Der Graupner Schweizer Hughes 300 ist ein relativ kleiner Hubschrauber (30er Größe) und verwendet im Original einen OS32SX-H-Ring Verbrennungsmotor.
OS MAX-32 SX-H
Die technischen Daten sind:
Hubraum: 5,23 ccm
Bohrung: 19,5 mm
Hub: 17,5 mm
Drehzahlbereich: 2000 - 22000 U/min
Leistung: 880 Watt (1,2 PS) bei 18000 U/min
Gewicht 285 g
Einlaufen am Prüfstand:
erstes Starten des Motors im Modell:
Während des Einlaufens des Motors am Prüfstand, hatte ich das Gemisch ziemlich magerer (gegenüber den Werkseinstellungen) drehen müssen um einen brauchbaren Motorlauf zu erhalten. Nach genauem Studium des Motorhandbuchs kam mir das komisch vor und ich drehte das Leerlaufgemisch wieder auf die Fabrikeinstellung zurück. Die Düsennadel wurde 2 Umdrehungen geöffnet.
Beim ersten Anlassversuch ist der Motor erst mal abgesoffen (wie üblich). Nach dem Ausblasen (ohne Kerze), sprang er beim zweiten Versuch problemlos an und tuckerte und gurgelte im Leerlauf vor sich hin. Er läuft ja viel zu fett !
An ein Abheben war nicht zu denken, keine Kraft. In mehreren Versuchen drehte ich schließlich das Leerlaufgemisch um 1/2 Umdrehung zu und die Düsennadel auf 1 1/2 Umdrehungen. Das ist erheblich magerer als im Handbuch beschrieben! Erst jetzt war Abheben möglich. Trotzdem lief der Motor noch so fett, dass er bei geringem Pitch keine Kraft mehr hatte. Also drehte ich auf 1 1/4 Umdrehungen zu. Jetzt läuft er fett, aber bereits kraftvoll und man kann sauber schweben und auch schon mal kräftig Pitch geben.
Wieso sind die Fabrik-Vorgaben bei der Einstellung so unterschiedlich zur
Praxis ?
Ich kann mir nur erklären, dass diese Voreinstellungen für hochnitriertem
Sprit vorgesehen sind, bei dem man den Motor ja erheblich fetter laufen lassen
muss.
Auch in der noch fetten Einstellung zieht der Motor einen Pitch von +10 Grad bereits problemlos durch. Er scheint für diesen Hubschrauber gut geeignet zu sein.
In einigen Webseiten wird beschrieben, dass man ein Loch in den 20C Vergaser bohren sollte um das Mittelgasgemisch besser einstellen zu können. Bisher sehe ich aber noch keine Notwendigkeit für eine solch drastische Maßnahme.
Webra Speed 35 Heli Competition
Der OS32 passt ganz gut zum Schweizer 300 jedoch hat man immer den Eindruck, dass er sehr mit dem Gewicht dieses Helis zu kämpfen hat. Die Gaskurve ist weit aufgedreht und bei kräftigen Manövern bricht schon mal die Drehzahl ein.
Webra verspricht mit dem Speed 35 eine etwas höhere Leistung bei gleichen Einbaumaßen. Der Motor ist zudem relativ preisgünstig. Ein Test sollte beweisen, ob er für den Schweizer 300 geeignet ist.
Die technischen Daten im Vergleich zum OS32:
| OS32 SX-SH | Webra Speed 35 Heli Competition | |
Hubraum: |
5,23 ccm |
5,71 ccm |
Bohrung: |
19,5 mm |
19,3 mm |
Hub: |
17,5 mm |
19,5 mm |
Drehzahlbereich: |
2000 - 22000 U/min |
2800 - 19000 U/min |
Leistung: |
880 Watt (1,2 PS) bei 18000 U/min |
1070 Watt (1,45 PS) |
Gewicht: |
285 g |
286 g |
die höhere Leistung wird also durch einen vergrößerten Hub erreicht.
Die lästige Einlaufprozedur wollte ich diesmal direkt im Modell erledigen. Der Einbau war völlig problemlos. Der Motor scheint geradezu für den Ersatz des OS32 gebaut worden zu sein. Er passt perfekt in die vorgesehenen Montagehalter.
Zum Einlaufen ließ ich den Webra so fett laufen, dass er deutliche 4-Takt Geräusche von sich gab. Es war undenkbar in diesem Zustand abzuheben, die Leistung war einfach zu gering. So hüpfte ich etwa eine Tankfüllung herum. Eine Messung der Motortemperatur bestätigte, dass er sehr kühl blieb. Bei den folgenden Tankfüllungen drehte ich die Düsennadel ganz langsam zu, sodass ich nach dem dritten Tank schon vorsichtig abheben konnte. Nach etwa einer Stunde war es soweit, dass der erste langsame Rundflug möglich war.
Der Motor sprang dabei immer zuverlässig an und machte keinerlei Probleme.
Nach etwa 1,5 Flugstunden stellt ich den Motor so ein, dass der ganze Pitchbereich ohne Drehzahlabfall durchgezogen werden konnte. Damit war problemloser Rundflug und auch schon erste Turns möglich.
Weitere, härtere Flugtests werden nach den ersten paar Flugstunden mit vollständig eingelaufenem Motor durchgeführt.