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ECO-8:
ALU Rotorkopf von Ikarus
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Es gibt Dinge, die braucht man eigentlich nicht, kauft sie aber trotzdem
irgendwann einmal, einfach weil sie gut aussehen und eventuell eine gute
Funktion versprechen. Zu diesen Dingen gehört der Alu Rotorkopf, der seit
einigen Jahren von Ikarus für den ECO-8 angeboten wird.
Es gibt inzwischen einige brauchbare Alu Rotorköpfe, außer Ikarus sei
noch Gensmantel (Heaven) und der Aluso-Kopf erwähnt. Für den Ikaruskopf
spricht die problemlose Lieferbarkeit und Ersatzteilversorgung sowie ein
akzeptabler Preis, sofern man bei einem günstigen Händler kauft. Bei Ikarus
selbst ist der Kopf relativ teuer.
Wenn man so ein Luxusteil kauft, hat man einige Hoffnungen:
* sauberes Aussehen
* Spielfreiheit
* großer Pitchbereich für 3D
* Leichtgängigkeit
* präzise Ausführung
Hier folgt ein Bericht zu diesem Rotorkopf, wir werden sehen ob sich die
Erwartungen erfüllt haben, denn mein eigener getunter und mit Kugellagern
versehener Plastikrotorkopf ist inzwischen auch gut für 3D brauchbar.
Lieferumfang:
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Der komplette Kopf wird in einer Plastiktüte geliefert.
Diese enthält das Zentralstück, Blatthalter, Stabiwippe, 12 Kugellager
sowie viele Kleinteile. Den Preis von knapp unter 150.- € halte ich für
durchaus angemessen. Die Alu Teile haben eine saubere, rot eloxierte
Oberfläche und sehen wirklich ansprechend aus. Leider wurde der
Anlenkhebel der Blatthalter nur sehr roh bearbeitet. Damit er zum
Gesamtbild passt muss er abgeschliffen und sauber poliert werden.
Die Packung war vollständig, zwei Messingringe waren zuviel, aber die
kann man schon noch irgendwo gebrauchen.
Eine Aufbauanleitung sucht man vergeblich. Es liegt nur eine
Explosionszeichnung bei, die einige Fragen nicht beantwortet. Wer noch
keinen Hubschrauber aufgebaut hat, sollte sich lieber Rat bei einem
Experten holen (oder diesen Artikel sorgfältig lesen), zu schnell wäre
ein wichtiges Teil falsch eingebaut. Jedes Teil ist in der
Explosionszeichnung mit einer Nummer versehen. Man findet leider nirgends
eine entsprechende Stückliste um diese zu identifizieren. |
Der Aufbau:
| Auf den Aufbau war ich sehr gespannt. Hatten
die ECO Plastikteile doch nie in der Maßhaltigkeit mit den großen
Metallhubis mithalten können, so hatte Ikarus bei den Alu-Teilen die
Chance eine einwandfreie Fertigungsqualität zu beweisen. |
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Als erstes montierte ich die Blatthalter, deren Anlenkung
mit den Mischhebeln. Die Mischhebel sind kugelgelagert und passen perfekt
leichtgängig und sind einigermaßen spielfrei.
Je zwei Kugellager werden vorne und hinten in die Blatthalter gesteckt,
die Blattlagerwelle durchgeschoben und je eine Abstandsscheibe
aufgeschoben. Weiters kommt noch je ein Dämpfungsgummi drauf und die
Blattlagerwelle wird durch das Zentralstück gesteckt. Dann werden die
beiden M3 Stop-Muttern mit ausreichend Schraubensicherung handfest
geschraubt. |
| Nach dem Anschrauben traute ich meinen Augen
nicht. Die Blatthalter waren praktisch fest und konnten kaum bewegt
werden. Irgendwas stimmte hier nicht. Ich löste sofort die Schauben. Was
war los ? Eine Messung mit der Schiebelehre brachte die Erleuchtung. Wie im
Bild vermerkt, steht die Blattlagerwelle ca. 17,3mm in jeden Blatthalter
hinein. Dieses Maß ist durch die Blatthalter fest vorgegeben.
Weiters hat das Zentralstück (inkl. Gummis) eine Breite von 32,5mm.
Dabei sind die Gummis schon recht hart gequetscht. Das macht eine gesamte
Breite von 2x17,3 + 32,5 = 67,1mm. Die Blattlagerwelle hat aber nur 66mm
Länge. Es fehlt mehr als 1mm. Wenn man nun die Schrauben festzieht, so
quetscht man erst die Dämpfergummis auf Nullmaß und danach verzieht man
die Kugellager, welche das nicht lange überleben.
Die einzige Lösung ist, die M3 Stop-Muttern nicht anzuziehen, sondern
in der Mitte des Gewindes sehr lose zu belassen. Man muss das sehr
vorsichtig machen, und dabei immer die Leichtgängigkeit der Blatthalter
prüfen. Die Stop-Muttern werden jetzt nur mehr von ihrem
Kunststoffeinsatz sowie von Schraubensicherung gehalten. Mit so etwas soll
ich vor meiner Nase herumschweben ? Das mache wer will, ich nicht. Hier
muss eine Lösung gefunden werden um auf das richtige Maß zu kommen.
Um herauszufinden ob ich was falsch gemacht habe oder wirklich ein
ungenaues Maß im Blatthalter vorliegt, habe ich die Suchmaschine in
einigen Foren bemüht um nach anderen Alu-Kopf Besitzern zu schauen.
Tatsächlich fanden sich einige Einträge die von ähnlichen Problemen
berichteten, bei einem war die Welle zu lang, also das andere Extrem.
Viele berichten auch von problemlosem Zusammenbau. Offensichtlich ist die
Fertigung der Blatthalter einer größeren Streuung unterworfen und es ist
einfach Glück oder Unglück ob man einen guten erwischt oder nicht. Dass
mich das nicht sonderlich begeistert ist wohl verständlich. |
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Nachdem das Blatthalterproblem erkannt war, montierte ich
die Stabiwippe. Dabei stellte sich heraus, dass die beiliegenden M3
Schrauben (1) zu kurz waren. Statt der benötigten 5mm hatten sie nur
4,5mm. Zum Glück hat man so etwas in der Bastelkiste und die Wippe konnte
schnell eingebaut werden. Zwischen Zentralstück und Wippe befindet sich
eine dünne Passscheibe (2). Diese hat einen etwas zu großen Durchmesser
und schleift leicht am Außenring des Kugellagers, was sich als
Schwergängigkeit bemerkbar macht. Wenn man beim Zusammenbau auf perfekte
Zentrierung achtet, so klappt es aber gut und die Wippe läuft ganz leicht
und spielfrei. |
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Als nächstes werden die beiden Kugeln an den Mischhebeln
montiert. Die Explosionszeichnung sagt leider nicht aus wohin. Also
montierte ich sie erst so, wie sie auch am Originalrotorkopf des ECOs
angebracht sind. Später stellte sich heraus, dass damit der Pitchbereich
zu stark eingeschränkt wird, da die Kugelpfannen anstoßen.
Ein weiteres Problem war, dass die Schraubenköpfe an der
Blatthalteranlenkung etwas anstoßen, daher montierte ich alle Kugeln
außen. Um ein Anstoßen der Kugelpfannen vollkommen zu vermeiden, nahm
ich aber Kugeln vom Heaven (Gensmantel). Diese haben einen Kragen, welcher einen Abstand
zum Mischhebel bewirkt. Das gibt der Kugelpfanne weiteren Freiraum und der
maximal möglich Pitchbereich wird größer. |
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Ein Blick auf den montierten Alu Rotorkopf von oben. Die
Anlenkung der Stabiwippe wird mit den üblichen Plastikteilen gemacht. Das
sieht schon etwas komisch aus. Der edle Alukopf und daran die
schwarzen Plastikteile. Aber es funktioniert. |
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Hier der fertige Kopf auf einem Acrobat-10 Chassis. |
Einstellung:
Der maximal mögliche Pitchbereich ist für mich von größter Wichtigkeit.
Gerade hier hat der Plastikkopf starke Einschränkungen und kann nur mit
Tuningmaßnahmen zu einer 3D Einstellung gebracht werden.
Der sorgfältige Abgleich der Gestänge brachte einen maximalen Pitchbereich
von -10 bis +10 Grad. Dabei bleiben die Gestänge ziemlich frei und auch die
Stabistange bleibt bei den Extremausschlägen noch beweglich. Ich habe den Pitch
genau symmetrisch justiert und ihn dann im Sender auf +-9,5 Grad für Kunstflug
und -4 bis +9,5 Grad für Normalflug reduziert. Insgesamt verlief die
Einstellung sehr unproblematisch und der Kopf dürfte damit für 3D Flug recht
gut geeignet sein. Jedenfalls ist er bei extremen Ausschlägen erheblich
beweglicher als der originale Plastikkopf.
Flugbetrieb:
Wie verhält sich nun der Alukopf im harten Flugbetrieb ?
Schon im Bastelkeller fällt auf, dass der Kopf ziemlich spielfrei ist. Kein
Vergleich mit dem wackligen Plastikkopf. Bisher habe ich Schwebeflug und normale
Fahrtfiguren geflogen. Kunstflug hat das Wetter bisher nicht erlaubt, aber das
kommt noch.
Der Kopf fliegt sich sauber. Der Hubi verhält sich sehr ähnlich zum
Plastikkopf. Um ehrlich zu sein, habe ich nicht wirklich einen Unterschied
feststellen können. Ein Vorteil ist der Pitchbereich von ca. 20 Grad, der ohne
Blockieren der Gestänge einstellbar ist. Beim Plastikkopf ist das nur mit
Tuningmaßnahmen machbar. Ansonsten habe ich auch beim Alukopf das Eco-8
typische Aufbäumen bei größeren Geschwindigkeiten bemerkt, was wohl eher an
den Blättern als am Kopf liegt.
Für härtere Flugfiguren braucht man schon höhere Drehzahlen jenseits von
1500 U/min um Freude aufkommen zu lassen. Mit 1600 U/min kann man dann langsam
die etwas härteren Gangarten fliegen. Dabei sollte man aber nie vergessen, dass
man einen Klein-Heli in Händen hat, der filigraner als ein großer 60er zu
fliegen ist. Weich gesteuerte Kommandos werden recht gut umgesetzt. Der Looping
geht erheblich schöner als mit dem originalen Plastikkopf da die
Aufbäumneigung geringer ist. Hier macht sie die Präzision des Kopfes
bemerkbar. Trotzdem zieht er die Nase immer noch deutlich hoch und man muss bei
schnellen Figuren kräftig am Nick drücken um den Hubi gerade zu halten. Aber
wie gesagt, es ist besser als beim Plastikkopf. Auch Rollen werden ganz
ordentlich umgesetzt. Rückenflug und Rückenschweben ist mit den Pitchwerten
von -9 bis +9 Grad gut machbar. Sofern man eine Motorisierung besitzt die
höhere und vor allem konstante Drehzahlen sicherstellt, kann man mit diesem
Kopf ganz gut Kunstflug machen. Die Drehzahlstabilität ist dabei von
entscheidender Bedeutung.
Zusammenfassung:
Eigentlich ist der Ikarus ALU Kopf ein sehr edles Teil, wenn man nur die
Fertigungstoleranzen in den Griff bekommen könnte. Beim Einbau dieses Kopfes
sollte man folgendes beachten:
- Beim Anziehen der Blattlagerwelle darauf achten, dass diese in der
Länge auch passt. Passt sie nicht, so sind normalerweise die Ausfräsungen
für die Kugellager in den Blatthaltern ungenau gearbeitet (Umtauschen
lassen !)
- Die Kugeln auf den Mischhebeln außen montieren. Falls vorhanden,
Heaven-Kugeln verwenden oder einige Scheiben beilegen.
- Auf richtige Länge (5mm) der M3 Schrauben zur Befestigung der Wippe
achten.
Der Alu Rotorkopf für den Eco-8 ist ein sauber aussehender Kopf, der zudem
gut für extreme Pitchwerte geeignet ist. Die beschriebenen Fertigungsprobleme muss der Anwender durch sorgfältige
Prüfung der Bauteile erkennen und diese im Fehlerfall beim Hersteller Umtauschen.