| Kurt's
Flugtagebuch Viertes Jahr, neunter-zwölfter Monat |
| 1-15.Januar 2002 |
| Nach dem katastrophalen Wetter Ende 2001 habe
ich das Fliegen schon fast verlernt. Oder doch nicht ganz:
Alle Flüge Anfang Januar wurden bei -8 bis -12 Grad C durchgeführt. Diese Temperaturen sind eine echte Herausforderung für Mensch und Maschine. Nachdem ich lange nicht geflogen bin, ging ich die Sache langsam an. Ein paar Rundflüge, Turns und Schwebeflüge, was auch dem Motor zur Erwärmung gut tat. Der Futura Nova flog recht sauber, man merkte ihm das Wetter nicht an. Bis plötzlich beim dritten Flug der Motor ohne Vorwarnung stehen blieb. Ich war so erstaunt, dass ich erst nach einer ewigen Schrecksekunde an Autorotation dachte. Leider war in dieser langen Sekunde schon einiges an Energie aus dem Rotor entschwunden. So ging es in steilem Sinkflug bergab und der Nova krachte heftig auf seine Kufen. Dadurch brach er sich alle Kufen und kippte leider um. Da der Rotor schon recht langsam war, ist der Schaden gering geblieben. Am 5.1.2002 bekam ich praktisch einen Millennium geschenkt: das ganze lief so ab: Nachdem der Nova außer Gefecht war, flog ich mit dem Mille. Heute hatte es -12 Grad, dank guter Kleidung kein Problem, zumindest für mich. Beim zweiten Flug merkte ich, dass das Heck zittrig wurde. Ich stellte die Kreiselempfindlichkeit zurück, was aber keine Besserung brachte. Plötzlich in einem steilen Turn in ca. 15m Höhe drehte das Heck 3x blitzschnell und ohne Vorwarnung herum. Ich verlor kurzzeitig den Überblick über die Fluglage. Der Mille kippte erst auf die Seite, dann auf den Rücken. Als ich erkannte was los war, war er ca. 10cm über dem Boden im Rückenflug und drohte explosionsartig einzuschlagen. Wie durch einen Reflex schob ich voll negativ Pitch hinein um zu retten was zu retten war. Das war ein großes Glück, denn dadurch stoppte er den Sinkflug und ich gewann eine wertvolle Sekunde um ihn gerade noch unter Kontrolle zu bringen. Mit zittrigen Knien (nicht wegen der Kälte) drehte ich den Heli um, landete und packte für heute zusammen. Was war los ? Der Gyro GY401 hat diese niedrigen Temperaturen nicht vertragen. Obwohl alle Gestänge leichtgängig waren, begann er zu spinnen. Natürlich könnte es auch das S9250 Servo gewesen sein. Heute tippe ich aber eher auf den GY401. Mit dem Ding werde ich bei diesen Temperaturen nicht mehr fliegen. |
| Ersatzteile: viele Kufenbügel und ein paar Kleinteile sowie ein Satz Rotorblätter. |
| 15-31.Januar 2002 |
| Der Tipp mit dem GY401 war falsch. Es war doch
das S9250. Heute (27.1) blieb es im Flug einfach stehen, zum Glück in
Bodennähe sodass ich noch landen konnte. Nach dem Öffnen des
Rückendeckels zeigte sich ein fataler Herstellungsfehler:
Heute flog ich fast 3 Liter Sprit leer. Es ging ein starker Wind, aber sonst war es schön, teilweise sonning. Mit ausreichender Konzentration geht der Rückwärtsflug recht gut. Man merkt aber die Wintertage, an denen man nicht soviel üben kann; alles geht etwas wackliger und unpräziser. |
| Ersatzteile: keine |
| 1-17.Februar 2002 |
| Manchmal ist es wie verhext. Ein Problem jagt
das andere. Als letztes Wochenende der S9250 im Mille kaputt ging, flog
ich natürlich mit dem Nova weiter. Es dauerte keine 2 Tankfüllungen, als
dessen S9250 ebenfalls zu spinnen begann ! Ich testete das ganze auch
zuhause. Sobald ich abheben wollte begann innerhalb weniger Minuten das
Heck unkontrollierte Ausschläge zu machen. Dabei verhakte sich einmal das
Heck im Gras, was ein Zahnrad kostete. Am Schreibtisch konnte ich den
Servodefekt aber noch nicht nachstellen. Jetzt habe ich im Mille wieder
ein DS8417 eingebaut, das mir bisher gute Dienste geleistet hatte. Mal
sehen wie lange das durchhält.
Am 16.2 ging das Drama weiter. Plötzlich begann der Regler des Acrobats völlig zu spinnen und der Motor lief keine Minute lang. Also muss auch dieser ausgewechselt werden. Beim darauf folgenden Flug mit dem Mille, ging alles 5 Minuten gut als plötzlich in ca. 20m Höhe im Rückenflug der Motor schlagartig ohne jede Vorwarnung ausging. Nach der Schrecksekunde drehte ich den Heli schnell um. Das kostete natürlich viel Rotorenergie. Bereits als er noch senkrecht in der Luft hing, war die Drehzahl schon erschreckend gering. Als er dann in Normallage war, war fast keine Drehzahl mehr vorhanden. Ich ließ ihn mit viel negativ Pitch herunterfallen um zumindest noch ein Minimum an Energie zu retten. Kurz über dem Boden schob ich Voll-Pitch hinein. Ich hatte Glück. Der Aufprall wurde soweit abgebremst, dass nur die Kufenbügel abgebrochen sind. Der Rest blieb vollkommen heil. Wahrscheinlich auch ein Verdienst des Regenwetters der letzten Woche, welches das Feld sehr matschig und weich machte. Der Mille war zwar völlig verdreckt, aber im wesentlichen in Ordnung (siehe auch Hinweise zum Vergaser) |
| Ersatzteile: Heckabtriebszahnrad, Kufenbügel |