Hier finden Sie alle möglichen Hinweise und Erfahrungen die mir beim Fliegenlernen
auf- und eingefallen sind. Diese Erfahrungen habe ich immer unmittelbar nach erfolgreichem
Absolvieren eines Übungsschrittes geschrieben. Es sind also nicht Hinweise eines Profis
sonder eher die eines Anfängers. Ich glaube, daß ich dadurch eine möglichst
naturgetreue Darstellung vermitteln kann. Vielleicht werden sich ja die Profis die Haare
ausraufen wenn sie das lesen, aber mir hat es jedenfalls geholfen. Daher sollten diese
Hinweise als Ergänzung zu weiteren Informationen gesehen werden.
Sollten Sie eigene interessante Erfahrungen haben schreibe sie mir bitte per Email.
Noch ein wichtiger Hinweis: Ein Heli-Pilot hat eine enorme Verantwortung für sich und
seine Umgebung. Man darf erst starten wenn man alles vollkommen verstanden hat und sich
sicher ist, daß alles in perfektem Zustand ist.
! Jeder ist selbst für seine Aktionen verantwortlich !
In diesem Sinne sind auch diese Tips zu verstehen. Tips und Tricks sind gut, aber
es sind nur Denkanstöße. Jeder muß sich selbst im Klaren sein was und wie er etwas
macht. Diese Hinweise geben lediglich meine persönliche Erfahrung wieder. Andere mögen
andere Erfahrungen gemacht haben und verschiedenes anders sehen. Das ist gut so. Also
bitte lest auch andere Webseiten !
Bei allen Nachteilen des Allein-Lernenden gibt es doch einen wichtigen Vorteil: Man
wird sehr gefordert und muß sich um jede Kleinigkeit Gedanken machen. Dadurch lernt man
den Heli und seine Funktionen im Detail kennen. Es ist ein Kampf mit den Elementen, aber
es lohnt sich !
Vorbereitung auf das Helicopter
Fliegen.
Kauf der Fernsteuerung und des
Helicopters
Hinweise zum Aufbau
Einstellen des Modells
Einstellen des Senders
Vorbereitung auf das Helicopter Fliegen.
Helis zu fliegen ist kein Kinderspiel ! Man muß sich vieles Wissen
erarbeiten und sowohl mechanisch, elektronisch und fliegerisch viel Neues lernen. Bereits
lange bevor man sich den ersten Heli und die Fernsteuerung kauft sollte man nur alle
denkbaren Informationen sammeln und lesen was das Zeug hält. Als Informationsquellen gibt
es unter anderem:
- Internet, Helipages
- Bücher aus dem Modellbauladen
- Erfahrene Piloten und Gleichgesinnte
- Prospekte von Heli-Herstellern
Kauf der Fernsteuerung und des Helicopters
Über dieses Thema ist im Internet und in Büchern jede Menge zu finden und
ich will das hier nicht wiederholen. Mein Tip ist:
- Gebe genügend Geld für die Fernsteuerung aus. Es sollte auf jeden Fall eine
Computerfernsteuerung mit Heli-Programm sein. Natürlich geht's auch mit einfacheren, aber
das Geld ist schnell zum Fenster hinausgeworfen wenn man mangels guter Technik viele
Crashs baut.
- Kauf einen billigen Helicopter der laut Fachhändler für Anfänger geeignet ist. Am
Anfang wird man einige Ersatzteile benötigen und sollte daher keinen teuren Heli kaufen
(das kann man später immer noch wenn man fliegen kann). Ich benutze den E-Helicopter
ECO-8 und bin zufrieden.
- Ich möchte unbedingt empfehlen ein automatisches Akkuladegerät zu kaufen. Beim
Schnelladen müssen die Zellen in besten Händen sein, sonst verlieren sie rasch an
Leistung. Ein gutes Ladegerät kostet soviel wie vier oder fünf Akkusätze. Diese
Investition hat sich bald gelohnt.
- Ich verwende jetzt immer einen Freilauf (auch wenn ich noch keine Autorotation mache).
Wenn man übt muß man öfters in Panik das Gas wegnehmen. Dann stoppt der Elektromotor
sehr schnell und der Rotor dreht mit seinem Schwung den Motor weiter durch (solange man
keinen Freilauf benutzt). Diese enormen Kräfte können in kürzester Zeit die Zahnräder
zerstören. Also, entweder steuert man das Gas nur langsam oder man nimmt einen Freilauf.
Seitdem habe ich jedenfalls kein Zahnrad mehr verschrottet.
- Die Montage der Zahnräder muß so erfolgen, daß fast kein Spiel dazwischen ist. Das
wird oft erklärt, aber verstanden habe ich diese Erklärungen nie. Ich bin jetzt so zum
Ziel gekommen: Ein Stück Plastiktüte zwischen die Zahnräder legen und diese dann fest
(!) zusammenpressen und die Montageschrauben anziehen. Die Plastiktüte dann herausdrehen,
fertig. Wenn ein deutliches Spiel zu sehen ist, dann fester zusammenpressen. Das Spiel
darf gerade so groß sein, daß man es ahnen kann. Aber Vorsicht: hat man überhaupt kein
Spiel so hat man zuviel Reibung und die Zahnräder nutzen sich schnell ab. Leider sind
viele Zahnräder nicht ganz rund. Man muß unbedingt das Getriebe einmal komplett per Hand
durchdrehen und alle paar Grad das Spiel prüfen. Es darf KEINE Stelle geben, wo kein
merkbares Spiel ist !!! Hat man auch nur an einer Stelle kein Spiel, so kostet das enorm.
Für viele Materialien gibt es auch geeignetes Fett. Das ist hier sehr anzuraten, da
große Kräfte übertragen werden.
- Wenn die Hauptrotorwelle montiert ist (ohne Rotorkopf), sollte man den Motor laufen
lassen und prüfen ob sie perfekt rund läuft. Das ist vor allem nach Abstürzen sehr zu
empfehlen. Sichtbares Schlagen am oberen Ende der Welle (wenige zehntel Millimeter) machen
sich im Betrieb durch starke Vibrationen bemerkbar. Auch neue Rotorwellen können bereits
leicht schlagen. Ich habe zwar bereits Rotorwellen mit dem Holzhammer geradegebogen, kann
von so einem Vorhaben aber nur abraten da es reines Glück ist ob man sie wirklich gerade
bekommt. Im Zweifelsfalle wegwerfen und eine neue verwenden. Dazu habe ich immer einige in
Reserve. Vibrationen können das Modell inklusive der kompletten Elektronik völlig
pulverisieren. Man sieht die Vibrationen kaum, aber die inneren Kräfte und die
Auswirkungen sind wirklich erstaunlich. Ich muß allerdings zugeben, daß ich einen
völlig vibrationsfreien Aufbau noch nicht geschafft habe. Bei irgendeiner Drehzahl sieht
man immer ein leichtes Schütteln. Dieses darf aber keinesfalls bei Drehzahlen im normalen
Flugbetrieb auftreten.
Einstellen des Modells
Auch hier findet sich jede Menge Literatur und natürlich die Hinweise des
Herstellers. Zusätzlich möchte ich folgendes berichten:
Ich verwende immer eine Pitch-Einstellehre bevor ich die Rotorblätter montiere. Damit
stelle ich den Pitch sehr genau auf den gewünschten Wert ein (siehe auch das Flugtagebuch). Dazu nehme ich mir viel Zeit und Ruhe. In der Literatur
wird beschrieben, daß man beim ersten Start die Blätter farbig markieren soll und
prüfen muß ob die Blätter den genau gleichen Pitch haben. Durch die sorgfältige
Einstellung mit der Pitch-Einstellehre hat das bei mir immer perfekt geklappt und eine
Nachstellung am Flugfeld war nicht erforderlich.
Genauso kann man auch die Taumelscheibe schon zu Hause sehr genau einstellen.
Vorausgesetzt der Schwerpunkt ist genau unter der Rotorwelle wird kaum mehr ein
Nachstellen erforderlich sein und man wird am Flugfeld mit der Trimmung zum Feineinstellen
auskommen.
Man sollte aber aufpassen, daß man nicht versucht den Wind auszutrimmen. Verzieht es
das Modell durch den Wind, so sollte man das per Steuerbefehl und nicht per Trimmung
korrigieren (der Wind könnte ja drehen oder aufhören, und dann wäre die Trimmung
falsch).
Viele Probleme hatte (und habe) ich mit dem Heckrotor und dem Kreisel. Und vor allem
diese Komponenten müssen perfekt funktionieren, sonst erlebt man sein blaues Wunder bei
den ersten Flugversuchen. Bei mir sind vor allem folgende Probleme aufgetreten:
- Die Heckrotormechanik hat zuviel Reibung. Dann habe ich zu Ölen versucht was das ganze
noch verschlimmert hat da dann öliger Schmutz in die Lager gekommen ist. Funktioniert hat
es erst als ich die Heckrotorwelle entsprechend einem Hinweis des Herstellers mit
Schleifpapier in der Bohrmaschine abgeschliffen hatte. Die anderen Elemente habe ich
vorsichtig geprüft und evt. mit einem Bohrer erweitert bis alles leichtgängig war. Jetzt
hat es zwar mehr Spiel (nicht viel), aber es geht sehr leicht und sauber. Bloß nicht
ölen denn das zieht den Schmutz an wie ein Magnet ! Polieren kann man die Metallteile gut
mit Stahlwolle aus der Küche. Die Leichtgängigkeit der Mechanik ist überhaupt eine sehr
wichtige Sache dann erst dadurch wird genaues Steuern möglich. Geben Sie nicht auf bis
alles sauber läuft. Die Hersteller sind hier oftmals etwas ungenau.
- Probleme gab es mit dem Budenzug der vom Heckservo zum Heckrotor geht. Diese Baudenzüge
haben einen Stahldraht der in eine Gewindestange eingepresst ist. Diese Pressung löst
sich bei größeren Kräften. Ich möchte daher empfehlen den Stahldraht anzulöten. Das
geht aber nur wenn er vorher gut abgeschliffen und heiß verlötet wird sonst hält das
Lötzinn nicht. Die Heckrotormechanik und alle zugehörigen Teile haben mir ziemliche
Schwierigkeiten gemacht. Aber es ist enorm wichtig, daß es perfekt und reibungslos
läuft. Nachdem jetzt alles sehr leichtgängig ist läßt sich der Heli nun auch sehr
exakt im Heck steuern.
- Die Taumelscheibe montiert man wie in der Bauanleitung vorgesehen. Wenn alle Servos in
Mittelstellung sind sollten sie plan über der Deckplatte schweben. Am besten macht man
sich ein kleines Holzstück als Distanzprüfer und stellt so die Servostangen ein bis
alles gerade ist. Mit dem bloßen Auge kann man recht gut auch kleine Ungenauigkeiten
sehen. Genaues Arbeiten zahlt sich aus denn dann hat man am Flugfeld weniger einzustellen.
- Verwenden Sie für die Kugelgelenke unbedingt eine Kugelgelenkzange. Mit anderen
Werkzeugen macht man Grate und Kerben hinein was zu Schwergängigkeit führt.
Einstellen des Senders
Es gibt natürlich viele verschiedene Fernsteuerungen. Allen gemeinsam sind
aber einige wesentliche Einstellungen. Hier sollte möglichst ein erfahrener Pilot zu Rate
gezogen werden. Ich konnte das leider nicht, daher habe ich wahrscheinlich immer noch
keine optimale Einstellung gefunden. Ein sehr wichtiger Punkt ist wohl die Einstellung des
Verhältnisses zwischen Pitch und Gas, die ja vom gleichen Knüppel gesteuert werden. Eine
einigermaßen brauchbare Einstellung habe ich erst nach einigen längeren Flugversuchen
gefunden. Zuerst hatte ich die Drehzahl sehr hoch, den Pitch gering eingestellt. Dadurch
war der Heli sehr unruhig und für jemanden der gerade anfängt kaum zu bändigen. Erst
als die Batterie nachgelassen hatte habe ich gemerkt, daß der Heli viel leichter zu
steuern war als die Rotordrehzahl abgesunken ist. Inzwischen wähle ich eine Drehzahl von
ca. 2/3 der Maximaldrehzahl und einen Pitch von etwa 4 Grad. Laut Hersteller sollten es
zwar 6 Grad sein, aber da quält sich der Motor selbst bei Vollgas schon merkbar. Hier
muß also noch einiges getan werden um das Optimum herauszufinden. Auch wenn der Pitch
viel zu groß ist, wird das Modell schwieriger zu steuern. Nach einigen Schwebeversuchen
merkt man bald wo die angenehmste Einstellung liegt. Dazu ist es recht praktisch wenn man
den Pitch mit einem eigenen Regler am Sender justieren kann. Geht das nicht, muß die
Pitch-Gaskurve anders programmiert werden oder auch das Gestänge der Servos korrigiert
werden.